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Aus dem Schei­tern ler­nen

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Lars Amend ist Autor und Men­tal­trai­ner. Er war auf dem Flow­Fest 2019 mit einer Key­note zum The­ma „Schei­tern als Moti­va­ti­on“ ver­tre­ten. Sei­ne Ein­stel­lung dazu: Es gibt nichts Schlim­me­res, als auf dem Ster­be­bett ganz viel zu bedau­ern. Des­halb soll­te man im Leben alles wenigs­tens pro­biert haben, zu sich ste­hen, sei­ne Gren­zen ver­schie­ben und lebens­lang ler­nen. Schei­tern ist dabei nicht schlimm. Man nimmt ein­fach die Erfah­rung mit und macht etwas Neu­es. Nach dem Schei­tern kann man schließ­lich immer wie­der neu begin­nen. 

Nach dem Abitur hat­te Amend nur dif­fu­se Vor­stel­lun­gen davon, was er machen woll­te – irgend­was mit Musik. Er ging für zwei Jah­re nach Lon­don und bekam nach vie­len Anfra­gen einen Job in einem Plat­ten­la­den. Zurück in Deutsch­land hat­te er eine eige­ne Radio­sen­dung und inter­view­te die rich­tig gro­ßen Stars, bei­spiels­wei­se Bey­on­ce und Amy Wine­house. Er hat­te die Zeit sei­nes Lebens! Nach einem Wech­sel in der Chef­eta­ge wur­de sei­ne Sen­dung jedoch abge­setzt und sein Traum aus­ra­diert. Amend dach­te, so geni­al wird sein Leben nie wie­der. Rück­bli­ckend weiß er nun aber, dass es danach noch viel bes­ser wur­de.

Bald dar­auf schrieb er sein ers­tes Buch – über Bushi­do. Nach­dem er eine Absa­ge nach der ande­ren von gro­ßen Ver­la­gen bekam, erklär­te sich schließ­lich ein klei­ner Ver­lag bereit, das Buch zu ver­öf­fent­li­chen. Es wur­de ein Best­sel­ler. Dar­aus zog Amend die Leh­re: Wenn jemand „nein“ zu dir sagt, heißt das nur, dass er dich nicht ver­steht, dass du etwas anders machen musst, dass du viel­leicht woan­ders hin­ge­hen musst. Es heißt nicht, dass du als Mensch ver­sagt hast. Man soll­te ein „nein“ nie per­sön­lich neh­men. Nach dem Buch folg­ten Fil­me und wei­te­re Pro­jek­te.

Mit unge­fähr 30 galt Amend als super­erfolg­reich. Ihm aber ging es nicht gut. Im Außen war alles toll, im Inne­ren aber fühl­te er sich leer. Er ver­brach­te einen Som­mer in den Fave­las von Rio und sah dort Men­schen, die, trotz ihre har­ten All­tags, eine unbän­di­ge Lebens­freu­de hat­ten. Er bekam eine ganz neue Per­spek­ti­ve auf das Leben. Als er nach Hau­se kam, sah er, was wir alle eigent­lich schon haben und gar nicht mehr sehen.

Dann lern­te er Dani­el ken­nen, einen 15-jäh­ri­gen Jun­gen, der schwer krank in einem Hos­piz leb­te. Die Ärz­te sag­ten, er hät­te mit Glück noch einen Geburts­tag zu fei­ern und so mach­ten sie sich dar­an, Dani­els Bucket­list abzu­ar­bei­ten. Dani­el wag­te es, ein Mäd­chen anzu­spre­chen und bekam nach zwei Kör­ben am Ende doch ihre Num­mer – weil er nicht locker gelas­sen hat­te, das Schei­tern vor­her nicht per­sön­lich genom­men hat­te und das „nein“ nicht als Aus­re­de benutzt hat­te, um auf­zu­ge­ben. Er hat­te eine Gren­ze über­schrit­ten. Sol­che Aktio­nen akti­vie­ren den Lebens­wil­len. Man begreift, dass man das Dreh­buch sei­nes Lebens selbst schreibt. Dani­el hat anschlie­ßend noch vie­le wei­te­re Gren­zen über­schrit­ten und in der Zwi­schen­zeit schon sie­ben Geburts­ta­ge gefei­ert.

Amends Fazit

Ver­schie­be dei­ne Per­spek­ti­ve und den­ke jeden Tag an die guten Sei­ten dei­nes Lebens. Sei dank­bar für das, was du schon hast. Denk dar­an, dass dir im Leben wirk­lich alles pas­sie­ren kann. Habe kei­ne Erwar­tun­gen mehr und nimm das Leben, wie es kommt. Ver­su­che nicht, das Schei­tern zu ver­mei­den! Wir haben nur ein Leben! Was soll schon pas­sie­ren? 

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