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Die Zusam­men­ar­beit von Mensch und Maschi­ne

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Gerd Leon­hard, Futu­rist und Huma­nist, hielt bei der Drei­län­der­ta­gung der Deut­schen Gesell­schaft für Gefäß­chir­ur­gie in Mann­heim 2019 die Eröff­nungs­re­de zum The­ma „Mensch und Maschi­ne“. Gera­de im Bereich der Medi­zin las­sen sich enor­me tech­no­lo­gi­sche Fort­schrit­te erken­nen, die Fra­gen auf­wer­fen: Was wird die Zukunft brin­gen? Wie weit darf der Mensch gehen? Leon­hard ging die­sen Fra­gen in sei­ner Key­note nach und zeig­te auf, dass Men­schen in ihrer Mensch­lich­keit immer ein­zig­ar­tig blei­ben wer­den und in vie­ler­lei Hin­sicht nicht ersetz­bar sind. Wie also kann die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Mensch und Maschi­ne gelin­gen?

Sci­ence-Fic­tion wird zu Sci­ence-Fact

Die Zukunft, die Sci­ence-Fic­tion-Fil­me und ‑bücher viel­fach beschwö­ren ist heu­te schon ganz nah: In weni­gen Jah­ren wer­den wir in der Lage sein, in Echt­zeit in 36 Spra­chen zu kom­mu­ni­zie­ren. Wir wer­den selbst­fah­ren­de Autos haben und Smart­pho­nes mit unge­heu­er hoher Rechen­leis­tung. Es wird intel­li­gen­te Maschi­nen geben. Tech­no­lo­gien wie Aug­men­ted und Vir­tu­al Rea­li­ty oder auch Quan­ten­com­pu­ter sind auf dem Vor­marsch. Die nächs­ten 20 Jah­re, davon ist Leon­hard über­zeugt, wer­den mehr Ver­än­de­rung brin­gen als die letz­ten 100 Jah­re. Da jede Tech­no­lo­gie ihre Schat­ten­sei­ten hat, stellt sich natür­lich die Fra­ge, ist Tech­no­lo­gie der Him­mel oder die Höl­le? 

Gera­de im Bereich von Medi­zin, Health­ca­re und Phar­ma gibt es eine enor­me Ver­schmel­zung von Mensch und Maschi­ne. Es gibt bereits eine Health­ca­re Cloud die Arzt­be­su­che erset­zen kann. Immer wie­der gibt es Mel­dun­gen dar­über, dass eine KI Ärz­te im Erken­nen von Krank­hei­ten geschla­gen hat. Vie­le Ärz­te bekom­men Angst, in Zukunft nicht mehr gebraucht zu wer­den. Und vie­le Men­schen befürch­ten, dass die Maschi­nen eines Tages uns Men­schen kon­trol­lie­ren könn­ten. Leon­hard hält die­se Angst für unbe­grün­det. Er blickt gespannt auf die unend­li­chen Mög­lich­kei­ten, die die Zukunft für uns bereit hält und meint, die Zukunft wird bes­ser als wir den­ken.

Men­schen und Maschi­nen wer­den kon­ver­gie­ren

50 % aller Job­rou­ti­nen sind auto­ma­ti­sier­bar – und dem digi­ta­len Dar­wi­nis­mus fol­gend wird alles auto­ma­ti­siert wer­den, was auto­ma­ti­siert wer­den kann. Es wird aber immer auch Jobs geben, in denen mensch­li­che Eigen­schaf­ten gebraucht wer­den, in denen es dar­um geht, zu ver­ste­hen, empa­thisch, ein­fühl­sam oder vor­aus­schau­end zu sein – Jobs, bei denen es um mehr geht als um Logik und Fak­ten. 

Men­schen wer­den in Zukunft ver­mehrt mit Maschi­nen zusam­men­ar­bei­ten. Der Mensch muss dabei die Kon­trol­le behal­ten und die Maschi­ne als Bene­fit nut­zen – indem die­se zum Bei­spiel für ihn orga­ni­siert, checkt oder kon­trol­liert. Ganz klar ist aber: Maschi­nen kön­nen Men­schen immer nur nach­ah­men. Sie wer­den nie über emo­tio­na­le und sozia­le Intel­li­genz ver­fü­gen. Wir Men­schen dür­fen ihnen getrost die Rou­ti­nen über­las­sen und das Mensch­li­che wei­ter­hin selbst über­neh­men.

Ganz wich­tig für eine gute Balan­ce im Zusam­men­spiel zwi­schen Mensch und Maschi­ne ist für Leon­hard einer­seits inter­na­tio­na­le Koope­ra­ti­on und ande­rer­seits ein ethi­scher Ansatz. Ethik bedeu­tet in die­sem Fall, den Unter­schied zu ken­nen, zwi­schen dem, was mög­lich ist, und dem, was rich­tig ist – in die­sem Sin­ne for­dert er einen hip­po­kra­ti­schen Eid für Tech­no­lo­gen. 

Fazit

Wir müs­sen tun, was not­wen­dig ist, um heu­te erfolg­reich zu sein aber gleich­zei­tig auch schau­en, was mor­gen auf uns zukommt, wenn wir zukunfts­be­reit sein wol­len. Dazu brau­chen wir vor allem vier Skills: Zuhö­ren, Ver­ste­hen, Vor­stel­len, Erschaf­fen. Wir müs­sen die Tech­no­lo­gie umar­men, ohne selbst zur Tech­no­lo­gie zu wer­den.

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