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Ein Hard­ware Start-Up Best Case aus Bochum

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In ihrer Key­note auf dem Ruhr­Sum­mit 2019 gewähr­ten Dr. Chris­ti­an Groß­mann und Dr. Burk­hard Maaß, Co-Foun­ders & CEOs von Ing­puls ihren Zuhö­rern einen Ein­blick in die Geschich­te ihres Unter­neh­mens. Sie führ­ten aus, wie sie mit­hil­fe von Smart Mate­ri­als und Grund­la­gen­for­schung zum Tech­no­lo­gie­füh­rer wur­den.

Was macht Ing­puls?

Ing­puls ist eines der weni­gen neu­en Unter­neh­men, die sich mit Metall­erzeu­gung beschäf­ti­gen — genau­er gesagt mit Funk­ti­ons­ma­te­ria­li­en, Funk­ti­ons­kom­po­nen­ten und intel­li­gen­ten Werk­stof­fen. Sie ent­wi­ckeln und gie­ßen soge­nann­te Aktua­to­ren auf Basis von Form­ge­dächt­nis­le­gie­run­gen. Das kön­nen Federn sein, Dräh­te oder Ble­che, die sich, wann immer sie mit Wär­me in Kon­takt kom­men, an ihre Form erin­nern. Die­se Kom­po­nen­ten wan­deln also Wär­me in mecha­ni­sche Arbeit um. FGL-Pro­duk­te gibt es schon seit den 1950er Jah­ren, sie sind vor allem im medi­zi­ni­schen Bereich weit ver­brei­tet – bei­spiels­wei­se in Stents oder Wur­zel­ka­nal­fei­len. Ing­puls hat sich jedoch auf ande­re Berei­che kon­zen­triert und beschäf­tigt heu­te in Bochum mehr als fünf­zig Mit­ar­bei­ter. 

Der Wer­de­gang von Ing­puls

Groß­mann und Maaß grün­de­ten noch wäh­rend ihres Stu­di­ums. Die ers­te Zeit forsch­ten sie tags­über als Dok­to­ran­den und bau­ten neben­bei in ihrer Frei­zeit ihr Start­up auf. Zunächst waren sie ein klas­si­sches Bera­tungs­un­ter­neh­men, für das man nicht mehr brauch­te als einen Lap­top und was man sehr gut von zu Hau­se aus füh­ren konn­te. Was sie an Geld ein­nah­men, inves­tier­ten sie gleich wie­der, alles war über­schau­bar. Irgend­wann unter­stütz­ten sie jedoch eine Fir­ma bei der Pro­to­typ­ent­wick­lung und waren dadurch plötz­lich in der Lage Tei­le zu pro­du­zie­ren. Was sie dann auch mil­lio­nen­fach taten. Dies war der Wen­de­punkt ihres Unter­neh­mens, sie waren vom Start­up zu einem Mas­sen­pro­du­zen­ten der Auto­mo­tiv­bran­che gewor­den. 

Für die­sen kom­ple­xen Markt haben sie sich ganz bewusst ent­schie­den, gera­de weil sie die Her­aus­for­de­rung such­ten. In die­sem Markt gilt es Markt­ein­tritts­ter­mi­ne zu beach­ten und man muss in der Lage sein, jeden Tag exakt und rück­ver­folg­bar das Glei­che zu pro­du­zie­ren. Groß­mann und Maaß sag­ten sich, wenn sie es im Auto­mo­tiv­markt schaf­fen wür­den, dann wür­den sie es auch in allen ande­ren Märk­ten schaf­fen.

Wäh­rend der Grün­dungs­pha­se war es eini­ger­ma­ßen pro­ble­ma­tisch, dass es kein grif­fi­ges Pro­dukt gab, was sie anbie­ten konn­ten. Ihr Pro­dukt war eher eine Quer­schnitt­an­wen­dung, die sich auf vie­le belie­bi­ge Pro­duk­te über­tra­gen ließ. Ver­glei­chen kön­ne man das Gan­ze am ehes­ten mit Schrau­ben: Schrau­ben gibt es über­all, ihnen ist egal ob sie in einem Kühl­schrank, einem Küchen­tisch oder einem Regal ein­ge­baut sind. Aktua­to­ren gibt es auch über­all, sie öff­nen, schlie­ßen, zie­hen, dre­hen, ver­rie­geln und ent­rie­geln in Spül­ma­schi­nen oder Autolüf­tun­gen. Aber lan­ge Zeit war die bis dato ein­ge­setz­te Tech­no­lo­gie kon­kur­renz­los, man bau­te die Vor­rich­tun­gen qua­si um die Aktua­to­ren her­um, was immer zu Kom­pro­mis­sen führ­te. Ing­puls hin­ge­gen ent­wi­ckelt sei­ne Aktua­to­ren genau pas­send für ganz bestimm­te Anwen­dun­gen. Das ers­te Seri­en­pro­dukt des Unter­neh­mens ist mitt­ler­wei­le in mehr als 2,8 Mil­lio­nen Fahr­zeu­gen zu fin­den.

Zukunfts­vi­sio­nen

Immer mehr Fir­men ent­wi­ckeln mitt­ler­wei­le mit Ing­puls. Die Kom­po­nen­ten der Fir­ma fin­den sich heu­te in Sys­te­men der Sicher­heits­tech­nik, in Atom­kraft­wer­ken, Zahn­span­gen, Induk­ti­ons­was­ser­ko­chern und Dach­zie­geln. So ver­schie­den die Märk­te sind, alle nut­zen Kom­po­nen­ten auf Basis von Form­ge­dächt­nis­le­gie­run­gen. Ein gro­ßes Ziel der Arbeit von Groß­mann und Maaß, neben der Wei­ter­ent­wick­lung ihrer Tech­no­lo­gien, ist es, das Ruhr­ge­biet zu stär­ken und Arbeits­plät­ze zu schaf­fen.

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