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Ideen zum Green Publi­shing

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Anke Oxen­farth hielt bei future!publish einen Impuls­vor­trag zum The­ma Green Publi­shing, also der Ent­wick­lung des nach­hal­ti­gen Publi­zie­rens. Anke Oxen­farth ist Geis­tes- und Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin. Sie betreu­te beim oekom Ver­lag ver­schie­de­ne Fach­zeit­schrif­ten redak­tio­nell und über­nahm 2002 den Chef­re­dak­ti­ons­pos­ten der Poli­ti­schen Öko­lo­gie. Seit 2011 lei­tet sie außer­dem die Stabs­stel­le Nach­hal­tig­keit.

Der oekom Ver­lag und sei­ne The­men

Zu Beginn ihres Vor­trags stell­te Anke Oxen­farth kurz den oekom ver­lag vor, der 1989 gegrün­det wur­de. Jähr­lich erschei­nen 70 Bücher neu, 12 Zeit­schrif­ten wer­den ver­legt und 660.000 Lese­rIn­nen erreicht. 3000 AutorIn­nen arbei­ten mit dem oekom ver­lag zusam­men und sind Teil eines span­nen­den Netz­werks, das weit über das Ver­lags­we­sen hin­aus­geht.

Hin­ter dem oekom ver­lag steht die Idee, eine Brü­cke zu schla­gen zwi­schen Wis­sen­schaft und Gesell­schaft. Fach­wis­sen wird nicht nur mit Fak­ten son­dern auch mit Geschich­ten ver­mit­telt. Der oekom ver­lag ver­steht sich als Ver­tre­ter für Nach­hal­tig­keit und will auch die Vor­den­ker bekannt machen. 2019 wur­de die Rei­he „Biblio­thek der Nach­hal­tig­keit“ begon­nen. Aktu­el­le Debat­ten wer­den auf­ge­grif­fen. Auch die Visua­li­sie­rung kom­ple­xer The­men über gra­fisch ori­en­tier­te Bücher wird geför­dert. „Bedro­hung der Mee­re“ und das „Kli­ma­buch“ sind erfolg­rei­che Bei­spie­le die­ses Ansat­zes. Auch die in 35 Kom­mu­nen erschie­ne­nen „Kli­ma­spar­bü­cher“ sto­ßen auf gro­ßes Inter­es­se.

Seit 2006 ori­en­tie­ren sich der Ver­le­ger Jacob Rad­loff und sein Team an einem Leit­bild, das die Nach­hal­tig­keit in den Mit­tel­punkt stellt: Dienst­rei­sen per Bahn, nach­hal­ti­ge Lebens­mit­tel­ver­sor­gung der Mit­ar­bei­ten­den, nach­hal­tig pro­du­zier­te Büro­mö­bel oder Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en für Zulie­fe­rer wur­den fest­ge­legt und eine Nach­hal­tig­keits­be­auf­trag­te ein­ge­setzt.

Die Kom­pen­sa­ti­on von CO2 für nicht ver­meid­ba­ren Aus­stoß wird bei oekom seit 2008 gewähr­leis­tet und seit 2009 sind alle Publi­ka­tio­nen auf Recy­cling­pa­pier gedruckt. Im Ver­gleich zu ähn­li­chen Ver­la­gen ver­braucht oekom 25% weni­ger CO2 und 500kg weni­ger Plas­tik­müll, weil auf die Foli­en­ver­pa­ckung kom­plett ver­zich­tet wird. 2011 wur­de der Stab für Nach­hal­tig­keit ein­ge­rich­tet und sorgt unter ande­rem dafür, dass der Nach­hal­tig­keits­ko­dex fest­ge­hal­ten und publi­ziert wird.

Umwelt­bi­lanz der Ver­lags­bran­che

Die drei gro­ßen Knack­punk­te für nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten lie­gen in der Ver­lags­bran­che bei der Papier­her­stel­lung, den Druck­pro­zes­sen und dem Ver­trieb. Die Papier­in­dus­trie ist der dritt­größ­te Ener­gie­ver­brau­cher in der BRD. Bei der Umstel­lung auf Recy­cling­pa­pier wäre der Was­ser­be­darf zwei bis sie­ben Mal und der Gesamt­ener­gie­be­darf drei bis vier Mal nied­ri­ger. Die im Druck­pro­zess ver­wen­de­ten Löse­mit­tel drin­gen in Luft, Was­ser und Boden ein und ihre flüch­ti­gen orga­ni­schen Emis­sio­nen sind kli­ma- und men­schen­schäd­lich. Anke Oxen­farth ist sich sicher, dass nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten nicht nur öko­lo­gisch son­dern auch wirt­schaft­lich sinn­voll ist. Denn Res­sour­cen wer­den knap­per und damit auch teu­rer. Weni­ger Aus­stoß und weni­ger Ver­brauch sind somit aus öko­lo­gi­scher sowie öko­no­mi­scher Sicht sinn­voll.

Nach­hal­tig­keit als Her­aus­for­de­rung

Ver­la­ge müs­sen sich ver­än­dern. Es gibt zuneh­mend mehr Kun­den und Leser, die Nach­hal­tig­keit nicht als Ver­zicht inter­pre­tie­ren. Dar­in liegt eine Chan­ce für die Ver­lags­bran­che. Sie soll­te die­se Her­aus­for­de­rung anneh­men und ihre Abläu­fe in Fra­ge stel­len. In der Zeit von 2011 bis 2015 hat das Enga­ge­ment von oekom in einem groß ange­leg­ten Pro­jekt und in Zusam­men­ar­beit mit dem Bun­des­um­welt­amt zur Schaf­fung des Blau­en Engel für Druckerzeug­nis­se geführt. Dru­cke­rei­en kön­nen ihre stan­dar­di­sier­ten Abläu­fe damit zer­ti­fi­zie­ren las­sen. In der Bro­schü­re „Das klei­ne 1x1 des nach­hal­ti­gen Publi­zie­rens“ hat der oekom ver­lag die wich­tigs­ten Schrit­te fest­ge­hal­ten und für die Öffent­lich­keit und ande­re Ver­la­ge zugäng­lich gemacht.

Fazit

Das eBook ist nicht das All­heil­mit­tel, weil es nur dann öko­lo­gi­scher ist, wenn mehr als zwan­zig Bücher auf einem nicht alle zwei Jah­re aus­ge­tausch­ten Gerät gele­sen wer­den. Nach­hal­ti­ges Publi­zie­ren 2.0 bedeu­tet viel­mehr, dass klei­ne­re Ver­la­ge gemein­schaft­lich agie­ren müs­sen. Und Fach­ver­la­ge soll­ten drin­gend von den gro­ßen Bel­le­tris­tik-Ver­la­gen auf dem Weg zum nach­hal­ti­gen Publi­zie­ren unter­stützt wer­den. Der Blaue Engel ist ein ers­ter Schritt, Inno­va­tio­nen in die­se Rich­tung müs­sen aber noch viel stär­ker geför­dert wer­den. 

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