• Type:

Von der Idee bis zum Unternehmen in fünf Tagen

Teilen

Viele Menschen haben Geschäftsideen und nehmen sich vor, eines Tages ein Unternehmen zu gründen. Nach einigen ernsthaften Ideen siegen jedoch oftmals die Angst und die Frustration und man gibt sich mit seinem Schicksal zufrieden. Die Gründung eines Unternehmens gilt bei uns immer noch als Mammutprojekt und scheitert in den meisten Fällen schon vor dem ersten Schritt. Franz-Philippe Przybyl, der auch FPP genannt wird, hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und will Menschen bei der Gründung unterstützen. Er will dabei helfen, 100.000 Gründungen mit einem kombinierten Umsatz von 100 Milliarden und 1 Million Jobs durch Gründungen zu erschaffen. Hierfür hielt er am 7. Oktober in Berlin einen zweistündigen Vortrag, an dem ca. 100 Personen teilnahmen. Darüber hinaus bietet FPP ein einwöchiges Bootcamp an, an dessen Schluss man tatsächlich in der Lage ist sein Unternehmen zu gründen. Weitere Informationen hierzu findet man auf der Website www.derunternehmermacher.de.

Viele weitere Zusammenfassungen von Konferenzen und Meetups erhältst Du als Konfy-Abonnent.

Jetzt kostenfrei weiterhören!

Fallgruben vermeiden

Viele junge Unternehmen scheitern an Dingen, die eigentlich leicht zu vermeiden gewesen wären. FPP stellte in seinem Vortrag verschiedenste Fallgruben dar, die einer Gründung das Genick brechen können. 

Zu viele Informationen können uns den Blick aufs Wesentliche verlieren lassen. Wir wollen immer noch mehr Informationen, mit denen wir unserer Angst begegnen können und sind somit nie dazu bereit, den Sprung zu wagen. Dieses Phänomen wird auch “Analysis Paralysis” genannt. Tatsächlich muss man aber die Daten und Informationen mit seinem Wissen kombinieren und daraus ins wirkliche Handeln kommen. Erst damit kann eine Unternehmung wirklich Realität werden. Das wirkt oftmals überwältigend, sodass man das Gefühl bekommt nicht gut genug zu sein, um es zu schaffen. Angst haben aber alle. Es geht darum diese Angst zu überwinden und los zu legen. Man ist nicht allein, man muss nicht alles allein machen. Wenn Du etwas nicht so gut kannst, frage jemand anders, Dienstleister, Freelancer oder Mitgründer. Du wirst ohnehin Partner brauchen, denn Du kannst sicherlich nicht alles. Es wird immer Dinge geben, bei denen Du Unterstützung brauchst.

Aber verliebe dich nicht zu sehr in Deine eigene Idee. Spreche darüber, teste die Idee. Denn der Markt muss die Idee gut finden, nicht nur Du. Habe keine Angst davor, dass Deine Idee geklaut werden kann. Es ist nur eine Idee, es kommt auf die Ausführung an.

Wir werden oft von Kleinigkeiten abgelenkt. Nach Franz-Philippe erreicht der Kopf erst nach 45 Minuten bei einer Aufgabe seine maximale Konzentration. Aus diesem Grund sollten wir Aufgaben sammeln und dann am Stück abarbeiten. So werden wir deutlich effizienter. 

Um sich zum Anfangen zu zwingen, schlug Franz-Philippe vor, dass wir uns Deadlines setzen. Eine Zeitvorgabe gegenüber einem Freund kann uns dazu bringen, uns endlich an die Arbeit zu machen und Ausreden über Bord zu werfen. 

Aber gehe nicht davon aus, dass sich ein gutes Produkt von selbst verkauft. Es braucht immer Sales. Wenn Du hierin nicht gut bist, hole Dir jemanden, der dies beherrscht.

Charaktereigenschaften eines Gründers 

Laut Franz-Philippe kommt es vor allem auf die Charaktereigenschaften eines Gründers an, denn hard skills kann man einkaufen bzw. einstellen, das richtige Mindset jedoch nicht. Gründer brauchen einen festen Charakter und müssen anders denken. Nur wenn wir mental fit sind, können wir den frustrierenden Unternehmensalltag durchstehen. Es wird immer Überraschungen geben. Es kommt darauf an, wie wir auf diese Überraschungen reagieren um das beste Ergebnis zu erzielen. Eine hohe Frustrationstoleranz ist laut Franz-Philippe sehr wichtig, um auch bei Niederlagen weiter zu machen. Auch ein offener Geist ist sehr wichtig, denn nur durch diesen können wir neue Chancen erkennen, um Geschäftsfelder zu erschließen. Doch auch die Organisation darf nicht zu kurz kommen. Wichtige Aufgaben müssen erkannt und delegiert werden, Unnötiges müssen wir aussortieren. Auch uns selbst müssen wir managen und unsere Gefühle und Gedanken im Griff halten. Stelle Dich darauf ein harte Arbeit zu leisten und alles zu tun was nötig ist, egal wie absurd dies zunächst erscheinen mag.

5 Schritte vorab

Im dritten Teil der Präsentation gab FPP Einblicke in Schritte, die nötig sind, um ein Unternehmen zu gründen. Zunächst muss man einen Namen suchen, der noch frei ist. Dies tut man zunächst per Google, muss dann aber den Unternehmensregister checken um zu sehen ob es den gewählten Namen bereits gibt. Anschließend muss der Gesellschaftsvertrag geschrieben werden. Tatsächlich wirkt dies komplizierter als es klingt, denn man findet online Templates. Mit dem Gesellschaftsvertrag muss man nun den Notar aufsuchen. Nur mit einer gültigen Unternehmensadresse darf das Unternehmen registriert werden. Diese darf allerdings bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht die private Adresse sein, weswegen Büros gemietet werden müssen. Es gibt jedoch auch Dienstleister über die man eine Geschäftsadresse buchen kann. Nach dem Notarbesuch muss die Firma bei der Steuerbehörde angemeldet werden. Auch dies wirkt komplizierter, als es tatsächlich ist. Es muss nur eine Seite ausgefüllt werden. Der letzte Schritt ist die Anmeldung beim Gewerbeamt, was ebenfalls relativ banal ist.

Vorbereitung auf die Gründung

Zuletzt ging Franz-Philippe darauf ein, welche Schritte man vor der Gründung unternehmen sollte. Hierbei sollte man sich folgende Fragen stellen:

  1. Wer ist mein Kunde und mein Markt?
  2. Was ist der Vorteil für meinen Kunden? Denke nicht in Features, sondern versetze dich in die Lage des Kunden.
  3. Wie mache ich tatsächlich Geld? Es braucht einen klaren Plan, wie Dein Unternehmen Geld verdienen wird.
  4. Wie sieht mein Marketing- und Salesplan aus?
  5. Was kann ich selbst und was müssen Andere tun? Was sind also meine Stärken und was kann ich nicht?
  6. Wie sieht mein Finanzplan aus? Welche Kosten habe ich und mit welchen Umsätzen kann ich rechnen? Denke auch daran, dass Du Dir selbst ein Gehalt zahlen musst.

Fazit

Bei einer Gründung kommt es sehr stark auf Dich und Deine Charaktereigenschaften an. Zwar reden viele Investoren über fachliche Kompetenzen, tatsächlich ist aber das richtige mindset von größerer Bedeutung. Spreche über Deine Idee und habe keine Angst, sie in die Tat umzusetzen. Es kann überwältigend wirken aber Du musst es einfach angehen. Um sich hierbei nicht zu verlieren, kommt es auf eine gute Organisation an. Setze dir Deadlines und kommuniziere diese damit Du auch tatsächlich ins doing kommst. Es wird extrem viel Arbeit werden aber wenn du frustrationstolerant, fokussiert doch gleichzeitig offen für Neues bist, kannst Du es schaffen.

Reviews for Von der Idee bis zum Unternehmen in fünf Tagen

There are currently no reviews for Von der Idee bis zum Unternehmen in fünf Tagen
Scroll to top