• Type:

Wie man sein Pro­dukt am User tes­tet

Teilen

Wir waren mal wie­der unter­wegs in Ber­lin. Dies­mal ver­schlug es uns zu einem Meet­up, bei dem User Expe­ri­ence im Mit­tel­punkt stand. Die inter­ac­ti­ve tools GmbH zeig­te uns wie das User Tes­ting bei ihnen im Haus abläuft. Orga­ni­siert wur­de das gan­ze von LTUX (Ladies That UX), einer Grup­pe von Frau­en, die ein gemein­sa­mes Inter­es­se an User Expe­ri­ence tei­len.

Kapi­tel 1: Die fünf Pha­sen der Pro­dukt­ent­wick­lung

Die Prä­sen­ta­ti­on begann damit, dass die Pro­jekt­ma­na­ge­rin Han­ne Asmus­sen inter­ac­ti­ve tools‘ Phi­lo­so­phie vor­stell­te. “It’s all about under­stan­ding the cli­ent and the user.“ Mit die­sem Man­tra im Kopf erklär­te uns Han­ne wie der Ent­wick­lungs­pro­zess eines Pro­dukts bei ihnen aus­sieht:

Es gibt 5 Pha­sen. Zuerst beginnt man mit Beob­ach­tung. Gibt es ein Bedarf für das Pro­dukt, das ent­wi­ckelt wird? Falls ja, in wel­cher Form und in wel­cher Situa­ti­on wird es benö­tigt? All die­se Fra­gen und mehr wer­den in der Beob­ach­tungs­pha­se beant­wor­tet. Dar­auf folgt die Denk­pha­se. Es wer­den Cus­to­mer Jour­neys und Per­so­nas basie­rend auf den Beob­ach­tun­gen kre­iert, um das Pro­blem, das man zu lösen ver­sucht, bes­ser zu ver­ste­hen. Sobald man ein bes­se­res Ver­ständ­nis hat, kann die Pro­to­typ­ing Pha­se begin­nen. In die­ser wird, wie der Name es schon ver­rät, ein Pro­to­typ des Pro­dukts erstellt. Der ers­te Pro­to­typ soll­te so sim­pel wie mög­lich sein. Die wich­tigs­ten Funk­tio­nen genü­gen schon, denn im nächs­ten Schritt, der Test­pha­se, wird geprüft, ob der Nut­zer die­se über­haupt ver­steht. Tat­säch­lich wer­den oft­mals die Funk­tio­nen, die für den Kun­den am wich­tigs­ten sind, vom Nut­zer über­se­hen.

Mit neu­en Erkennt­nis­sen kann man end­lich zur Ent­wick­lungs­pha­se über­ge­hen. Hier wird all das Feed­back aus der Test­pha­se in Betracht gezo­gen und man ver­bes­sert den vor­he­ri­gen Pro­to­ty­pen. Danach wird die Test­pha­se wie­der­holt, anschlie­ßend erneut die Ent­wick­lungs­pha­se. Das geht dann so lan­ge wei­ter, bis der Kun­de und der Nut­zer mit dem End­pro­dukt zufrie­den sind.

Kapi­tel 2: Tes­te es und spre­che dar­über

Im Gro­ßen und Gan­zem, nichts was wir nicht schon ken­nen. Fin­det man so oder so ähn­lich sicher­lich auch in so man­chem Lehr­buch. Um die Theo­rie der Test­pha­se bes­ser ver­ste­hen zu kön­nen, konn­ten wir anschlie­ßend jedoch an einem Live-Tes­ting teil­ha­ben.

Dies lief wie folgt ab:

Es braucht einen Frei­wil­li­gen, der das Pro­dukt prüft und drei, die das Tes­ting ver­fol­gen und ihre Gedan­ken und Noti­zen hier­zu fest­hal­ten. Und schon ging‘s los. Im UX Lab der inter­ac­ti­ve tools GmbH wur­de dem Tes­ter, nen­nen wir ihn Klaus, das Pro­dukt vor­ge­setzt. Ein Mit­ar­bei­ter lei­te­te Klaus nun durch den Test indem er ihm Auf­ga­ben stell­te. Zuerst muss­te sich Klaus vor­stel­len. Woher er kommt, in wel­chem Berufs­feld er arbei­tet und wel­chen Hin­ter­grund er hat. Danach star­te­te das eigent­li­che User Tes­ting. Das Pro­dukt, das getes­tet wer­den soll­te, war die Flug­such­ma­schi­ne Momondo. Dazu soll­te Klaus einen Flug für zwei Per­so­nen und einem Kind nach Buda­pest buchen. Um zu ver­ste­hen was in Klaus vor­geht wäh­rend er das Pro­dukt tes­te­te, muss­te er sei­ne Gedan­ken laut aus­spre­chen. Der gan­ze Test wur­de zwei Räu­me wei­ter auf einem gro­ßen Bild­schirm live über­tra­gen. So konn­ten wir alle sei­ne Kom­men­ta­re auf Post its auf­schrei­ben, um sie spä­ter zu Bewer­ten. Grün für posi­ti­ves Feed­back, rot für nega­ti­ves, oran­ge für Kern­aus­sa­gen und gelb für neu­tra­les oder Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge. Nach­dem der User Test vor­bei war, pinn­ten wir unse­re neu­en Erkennt­nis­se an ein Brett. Es gab Kate­go­rien, in die wir die Post its unter­tei­len soll­ten. Im Fall von Momondo waren es Spra­che, Such­fil­ter und Look & Feel. Zum Schluss wur­den dann die Grund­aus­sa­gen notiert, sodass eine neue Ver­si­on des Pro­to­ty­pens erstellt wer­den konn­te.

3. Kapi­tel: Was bei einem User Test zu beach­ten ist:

  1. Man soll­te das Pro­dukt immer im Ent­wick­lungs­pro­zess tes­ten las­sen, um direkt zu sehen, ob die ent­wi­ckel­ten Ideen auch tat­säch­lich beim User ankom­men. So spart man Zeit und Geld.
  2. Der Nut­zer darf auf gar kei­nen Fall durch die Nut­zung des Pro­dukts frus­triert wer­den.
  3. Der Kun­de ist ein gro­ßer Teil des Pro­zes­ses, somit soll er selbst ent­schei­den was funk­tio­niert und was nicht.

Fazit

Die Kern­aus­sa­ge aber fiel ganz am Schluss. Man braucht näm­lich sage und schrei­be ledig­lich sechs User für solch einen Test um 80% der Pro­ble­me eines Pro­dukts zu erken­nen. Zwar klingt solch ein User Tes­ting also nach viel Arbeit, der Auf­wand hält sich tat­säch­lich stark in Gren­zen und der Ertrag hier­aus ist enorm.

Reviews for Wie man sein Pro­dukt am User tes­tet

There are currently no reviews for Wie man sein Pro­dukt am User tes­tet
Scroll to top