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Browser Regulierungen und ihre Auswirkungen auf Affiliate Marketing

Das Umfeld des digitalen Marketing ist in Bedrängnis: immer mehr Nutzer nutzen Adblocker, es gibt eine Opt-In-Pflicht für Cookies und die Multi-Device-Nutzung nimmt zu. Doch auch Browser Regulierungen erschweren bisher genutzte Methoden. Als technischer Vorstand bei Ingenious Technologies kennt sich Dr. Siamak Haschemi bestens mit dem Thema aus. Auf der Affiliate Conference 2021 wird er sein Wissen zu Affiliate Marketing und Tracking Protection Methods weitergeben. 

Warum gibt es Browser Regulierungen?

Browserhersteller sehen sich als Torwächter ins Internet. Sie möchten, dass immer mehr Nutzer von der Konkurrenz auf ihren Browser wechseln und versuchen deshalb, die besten Konditionen für den Nutzer zu bieten. Das bedeutet, dass vor allem cross-site Tracking verhindert werden soll, als die Verfolgung eines Nutzers über mehrere Webseiten hinweg, ohne dass der Nutzer etwas davon merkt.

Die Browser Regulierungen der einzelnen Browser

Jeder Browserhersteller hat eigene Browser Regulierungen. Bei Apples Safari kommt maschinelles Lernen zum Einsatz, sodass abhängig vom Nutzerverhalten Seiten als cross-site-tracking-fähig eingestuft werden. Bei diesen markierten Seiten greifen weitere Schutzmechanismen. Firefox und Microsoft Edge nutzen dieselbe öffentlich einsehbare Blacklist, auf der Seiten, die ungewollte Methoden nutzen, vermerkt werden. Die Liste basiert auf Community Arbeit und wird bei jedem Update aktualisiert. Googles Chrome stellt den schwierigsten Fall dar, da Google sowohl Browserhersteller als auch Werbedienstleister ist. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass in Chrome die wenigsten Browser Regulierungen greifen. Cookies werden lediglich klassifiziert, sodass der Nutzer selber entscheiden kann, welche er erlaubt und welche blockiert werden sollen. Diese Aufzählung ist jedoch nicht dauerhaft gültig, die Browser Regulierungen können sich bei jeder neuen Version des Browsers ändern. Dr. Siamak Haschemi fasst jedoch zusammen, dass Third-Party-Cookies nicht mehr lange nutzbar bleiben werden, während die meisten First-Party-Cookies nicht ohne Weiteres abgeschaltet werden können.

Auswirkungen der Browser Regulierungen auf das Affiliate Marketing

Die klassische Tracking Methode im Affiliate Marketing ist das Tracking auf einer Domain, die nicht die eigene ist. Das wird jedoch von den meisten Browsern schon nicht mehr oder bald nicht mehr unterstützt, was zu Verlusten bei allen Beteiligten führt. Um die Browser Regulierungen zu umgehen, nutzen viele Hersteller Alternativen, die auch nach und nach blockiert werden. Die sicherste Methode ist laut Dr. Siamak Haschemi eine Kombination von Tracking Methoden, die alle über die eigene Domain oder eine Subdomain laufen und deshalb als First-Party-Cookies klassifiziert werden. Außerdem gibt es mehrere cookie-lose Alternativen wie E-Tags oder den HSTS Supercookie, die ursprünglich nicht zum Tracken von Nutzern gedacht waren und deshalb nicht so einfach blockiert werden können. Allerdings stellt sich bei einigen dieser Alternativen die Frage, ob sie der deutschen Datenschutzverordnung entsprechen.