Fäuste über einem Schreibtisch

Community-Management: vom Ruhrgebiet nach Los Angeles und wieder zurück

16:37 Minuten

Nora Beuker ist Unternehmerin, Beraterin und Speakerin und beschäftigt sich mit Communities und Community Management. Der Startschuss dafür fiel in Los Angeles, wo sie mit mehreren Frauen das Community-basierte Startup “From Fat to Finishline” gründete, basierend auf dem gleichnamigen Dokumentarfilm. In der Community finden sich heute Läufer aus über 100 Nationen, die sich über das Laufen austauschen. Nora Beuker hat sich seitdem auch in Deutschland selbstständig gemacht und hilft Unternehmen bei der Digitalisierung und der Bildung von eigenen Communities.

Communities und Community-Management

Doch was sind Communities überhaupt und wieso brauchen Unternehmen Community-Management? Eine Community ist ein Zusammenschluss von unterschiedlichen Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben und miteinander interagieren. Diese gemeinsame Interaktion ist Nora Beuker besonders wichtig, ihrer Meinung nach scheitern viele Communities nur, weil keine Interaktion zwischen den Mitglieder gegeben ist. Auf welcher Plattform das geschieht, ist relativ egal. Communities funktionieren online genauso wie offline und wer keine Mittel für eine eigene Community-Plattform hat, kann auf Social Media Gruppen zurückgreifen. Für ein Unternehmen kann eine Community von großem Vorteil sein: sie kann den Support entlasten oder sogar ablösen und bietet neue Möglichkeiten der Produktentwicklung.

From Fat to Finishline und Meetup

Bereits bevor der Dokumentarfilm veröffentlicht wurde, hat das Team um Nora Beuker bereits Facebook-Nachrichten bekommen, die um Hilfe, Unterstützung und Austausch baten. Das Bedürfnis nach einer Community war also von Anfang an zu sehen. Auch die Plattform hatte sich schnell gefunden und eine Facebook-Gruppe wurde gegründet.

Die zweite große Community, die Nora Beuker mit aufgebaut hat, ist Meetup. Meetup ist eine Community im Ruhrgebiet, die sich mit dem Thema digitale Innovation beschäftigt und Mitgliedern neue Veranstaltungen dazu vorschlägt. Der Community-Gedanke findet hier eher offline statt, wenn sich die Mitglieder auf den Events treffen und austauschen können.

Aufbau einer Community

Der erste Teil des Community-Managements ist der Aufbau einer Community. Zunächst braucht es ein Thema, zu dem eine Community passen könnte. Anschließend muss die Frage nach der Zielgruppe geklärt werden und wo diese Zielgruppe zu finden ist - das schließt die Suche oder den Aufbau einer geeigneten Plattform mit ein. Community-Management beinhaltet auch die Erarbeitung einer Strategie. Wer soll wie angesprochen werden? Was ist das Erlebnis in der Community? Wie geht man mit verschiedenen Engagement-Level der Mitglieder um? Wie soll die Community moderiert werden? Das alles kostet natürlich Zeit, funktioniert aber auch mit wenig oder gar keinem Budget, da es bereits viele geeignete Plattformen gibt.

Tipps und Tricks

Der wichtigste Bestandteil einer Community ist der Austausch der Mitglieder untereinander. Unternehmen, die eine Community ins Leben rufen, sollten sich deshalb besonders auf das Thema der Community konzentrieren und nicht auf den Verkauf von Produkten oder Services. Die Community sollte nicht als ein weiterer Verkaufskanal behandelt werden, sondern als eine Möglichkeit zum Austausch mit potentiellen Kunden. Mitglieder sollten durch die Community einen Mehrwert erhalten. Laut Nora Beuker dauert es etwa ein Jahr, bis sich die Bemühungen im Community-Management in den Verkäufen widerspiegelt - dann aber richtig.

Eine Community-Community

Zwei große Communities hat Nora Beuker schon gegründet und gemanagt, eine weitere würde sich in Zukunft gerne umsetzen: Eine Community für Leute, die sich mit Communities beschäftigen. Ihrer Erfahrung nach übernehmen viele Leute die Aufgaben eines Community-Managers, ohne es zu wissen. Eine Plattform zum Austausch über Communities, ihren Aufbau und ihr Management würde deshalb gut aufgenommen werden.