Brille und Kopfhörer auf Laptop

Corporate Podcasts - So klingen Unternehmen

Podcasts sind nicht erst seit der Corona-Pandemie das Medium der Stunde. Auch immer mehr Unternehmen produzieren Corporate Podcasts und sind damit sehr erfolgreich. Doch woran liegt das? Diese Frage klärt Matthias Milberg von Podcastberatung.de auf den Medientagen München im Gespräch mit Yamina Grossmann von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Stephan Ippers von Audi und Lina Brinkschulte von der Deutschen Telekom AG.

Die Sound-ID des Corporate Podcasts der FAZ

Yamina Grossmann hat mit ihrem Team eine Sound-ID der FAZ entwickelt, die mit einer einheitlichen Markensprache oder einer visuellen Klammer vergleichbar ist. Aus einer einzigen Komposition können Intros, Zwischentöne und Hintergrundmelodien für Podcasts des Hauses abgeleitet werden, anstatt jeden Bereich einzeln zu denken. Auf diese Weise haben alle Podcasts einen gewissen Wiedererkennungswert, was besonders für die Monetarisierung von Corporate Podcasts wichtig ist. Yamina Großmann gibt zu, dass eine solche Sound-ID für kleinere Podcasts nicht nötig ist.

Der Podcast Hub der Telekom

Lina Brinkschulte hat bei der Telekom einen anderen Ansatz: den Podcast-Hub. Durch eine zentrale Einrichtung kann verhindert werden, dass jede Abteilung einen eigenen Podcast produziert und sich die Themen überschneiden. Die internen Corporate Podcasts der Telekom dienen verschiedenen Zwecken. So gibt es einen täglichen Podcast mit allen Informationen für Mitarbeiter im Außendienst, aber auch Podcasts für die gesamte Belegschaft. Seit neuestem produziert das Team einen True-Crime-Podcast mit wahren Fällen aus dem Security-Bereich der Telekom.

Der Mitarbeiter-Podcast von Audi

Stephan Ippers hat mit seinem Team einen Audi-Mitarbeiter-Podcast aufgesetzt, der jedoch öffentlich auf allen gängigen Plattformen zu hören ist. Obwohl es ein Corporate Podcast ist, muss deshalb jede Folge vor der Ausstrahlung überprüft werden, damit keine internen Informationen veröffentlicht werden - etwa Details zu neuen Produkten. Rechtliche Probleme befürchtet Stephan Ippers jedoch nicht. Er sieht den Podcast in dieser Hinsicht auf einer Ebene mit Mitarbeitermagazinen, in denen auch nicht jede Information veröffentlicht werden kann.

Doch für Audio war wichtig, dass auch Mitarbeiter ohne festen PC-Arbeitsplatz oder Intranetzugang auf den Corporate Podcast zugreifen können. Denn in genau dieser Barrierefreiheit liegt ein Erfolgsgeheimnis des Formats, so Stephan Ippers. Ein Podcast muss immer und überall einfach abrufbar sein, sonst kann er nicht in den Alltag der Hörer integriert werden.

Ein weiterer Teil des Erfolgs liegt in der Authentizität und der Nähe der Sprecher. Podcasts sind sehr zielgruppenspezifisch, daher können die Hörer auf Augenhöhe angesprochen werden. Doch nicht jedes Thema ist für einen Podcast geeignet - laut Lina Brinkschulte ist der größte Fehler, einen Podcast zu produzieren, nur weil das gerade trendy ist.


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