Am 29. und 30. Oktober fand der RuhrSummit 2019 statt, die größte B2B-Startup-Konferenz Deutschlands. Bei dieser 2-tägigen Veranstaltung gaben über 120 Redner Einsicht in ihre Erfolge und Niederlagen und standen den über 4.500 Gründungswilligen Rede und Antwort. Einer dieser Redner war Dr. Arndt Roller. Arndt Roller übernahm im Jahr 2003 die Führung von Parship und machte das Unternehmen deutschlandweit bekannt sowie profitabel. Anschließend suchte er sich neue Herausforderungen und gründet mittlerweile Start-Ups für große Konzerne.

Arndt Rollers Weg

Arndt Roller bemerkte schon früh einen Freiheitsdrang in sich. Er wusste, er würde sich in einem großen Unternehmen schwer tun. Gleichzeitig wusste er überhaupt nicht was er eigentlich gut kann und welchen Beruf er einschlagen will. So studierte er zunächst BWL und begann anschließend im Jahr 1997 bei Bertelsmann, wo er schnell Verantwortung übernehmen konnte. Als er das Unternehmen verließ, befand sich die Welt mitten in der Rezession, die durch die Dotcom-Pleite Anfang des Jahrtausends ausgelöst wurde.  Nun begann er seine Tätigkeit bei Parship. Kurzerhand steckte er seine gesamten Ersparnisse in Parship. Dieser Druck half ihm dabei, sich voll und ganz dem Erfolg zu verschreiben und trotz der negativen Meinungen an die Geschäftsidee zu glauben. Stück für Stück gelang es ihm zusammen mit den fähigen Mitarbeitern, Parship bekannt und erfolgreich zu machen. Trotz einiger Rückschläge wie dem Scheitern des Geschäftsmodells in 9 von 13 Ländern der Expansion gab Arndt Roller sich nicht geschlagen. Mittlerweile kennt wohl beinahe jeder Deutsche das Partnervermittlungsportal.

Nach der Zeit bei parship gründete Roller verschiedene Unternehmen, die jedoch alle nicht so erfolgreich wie Parship werden konnten. Heute arbeitet er für ein großes Beratungsunternehmen und baut für große Konzerne verschiedene Start-Ups. 

Learnings aus der Parship-Story

Arndt Roller gab nach der kurzen Beschreibung seiner bisherigen Erfolge und Niederlagen eine Zusammenfassung der wichtigsten Lektionen, die er in den über 20 Jahren seiner Karriere sammeln konnte.

Zunächst sollte man nicht ewig überlegen. Es muss der Punkt kommen, an dem einfach startet. Dabei ist der Fokus am Wichtigsten. Nur wer sich auf eine einzige Idee und ein Konzept konzentriert, wird sich langfristig gegen seine Konkurrenten durchsetzen und mit seiner Idee erfolgreich sein. Auch wenn er sich dafür ausspricht, mehrere Wege gleichzeitig zu testen, sollte seiner Meinung nach dennoch nach kurzer Zeit der Aussichtsreichste ausgewählt werden. 

Eine außergewöhnliche Idee kann schon einmal auf Abneigung treffen. So berichtete er davon, dass er sich bei Parship für die Einführung eines Abomodells eingesetzt hatte. Alle anderen Teammitglieder sprachen sich gegen eine solche Form aus, doch Roller beharrte auf seiner Meinung und er behielt Recht. Kurze Zeit später verzeichnete Parship zum ersten Mal schwarze Zahlen. An der eigenen Meinung festhalten zu können, auch wenn man auf Widerstand trifft, ist also eine durchaus wichtige Fähigkeit für Gründer.

Bei der Entwicklung von digitalen Produkten sollte man schon früh auf die technische Skalierbarkeit der Lösung achtgeben. Es nützt nichts etwas zu bauen, das nicht skalierbar ist. Der Fokus bei vielen Gründern liegt laut Roller zu sehr auf dem Exit sowie auf Venture Capital. Rollers Meinung nach sollte man jedoch zunächst versuchen soweit wie möglich mit dem eigenen Geld zu kommen. Eine Gründung, nur des Exits wegen, macht laut ihm keinen Sinn. Vielmehr muss man sich etwas suchen, das man auch inhaltlich mit Begeisterung tun kann. Doch auch in erfolgreichen Zeiten drohen Fallstricke, denn man wird nachlässig. Merkt man dies, sollte man sich schleunigst wieder Meinungen von außen holen.

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