In Anschluss an ihre Keynote auf der Mainstage des ruhrSUMMIT leitete Sefanie Kemp von Oracle Deutschland ein Panel zum Thema Women in Tech. Zu Gast waren Hanna von der Au vom Verband der Internetwirtschaft e.V. sowie Birgit Hammer, CIO des Flughafen Düsseldorfs. Alle drei sind sich einig, dass es zu wenige Frauen in der Tech Szene gibt. Doch wie man das ändern könnte, da gibt es unterschiedliche Herangehensweisen.

Diverse Teams immer wichtiger

Birgit Hammer sieht eines der größten Probleme darin, dass Frauen oft nur zufällig in der Branche landen, wie auch sie selber. Sie wünscht sich deshalb mehr Vorbilder und mehr Sichtbarkeit von Frauen in Technischen Berufen. Birgit Hammer sieht die Branche durchaus auf einem guten Weg, vor allem wenn sie die jetzige Situation mit ihrer eigenen Anfangszeit vergleicht. Ihr war zu Beginn schon viel geholfen, wenn sie nicht behindert wurde, doch da Kommunikation und auch diverse Teams immer wichtiger werden, würden Frauen in den meisten Tech-Unternehmen offene Türen einrennen.

Fehlende Vernetzung

Hanna von der Au sieht das Problem vor allem in der fehlenden Vernetzung der Frauen, die bereits in der Tech Szene arbeiten. Es braucht ihrer Meinung nache eine besondere Persönlichkeit, um “die einzige Frau” sein zu können und dabei erfolgreich zu sein. Beim Verband der Internetwirtschaft e.V. hat sie deshalb die Plattform “Ladies in Tech” gegründet, auf der junge Frauen am Anfang ihrer Karriere Rolemodels und Beziehungen finden und sich ein Netzwerk aufbauen können - besonders auch mit männlichen Verbündeten. Denn auch wenn Frauen in der Tech Szene gefördert werden sollen, sind das Ziel keine reinen Frauenteams. Der Standard sollen stattdessen gemischte Teams sein, in denen jeder voneinander profitiert.

Frauenquote als Diskussionsanstoß

Beim Thema Women in Tech kommt man nicht um eine Diskussion um die Frauenquote herum. Stefanie Kemp hat dazu eine klare Meinung: Keine Frau will nur die Quotenfrau sein, am Ende sollte immer die Kompetenz zählen. Jedoch hat die Quote die Diskussion angefacht, sodass Frauen deutlich mehr Chancen bekommen, ihre Kompetenzen zu pitchen.

Was man noch nicht kann, bringt einen weiter

Birgit Hammer und Hanna von der Au verrieten am Ende des Panels ihre Tipps und Tricks für den Alltag einer Frau in der Tech Szene. Sagt, wenn ihr Interesse an einem Thema oder einer Position habt und wartet nicht auf andere. Traut euch auch in die Führungsebene, bleibt nicht in der Fachebene. Die Dinge, die ihr schon könnt, sind gut, aber das, was ihr noch nicht könnt, wird euch langfristig weiterbringen. Wenn ihr etwas wollt, macht es einfach.

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