Projektführung von Designern ist mit zahllosen Schwierigkeiten verbunden, die überwunden werden müssen, um effektiv und effizient zu sein. Marin Metohu gab bei seinem Vortrag im Rahmen des design lab Meetups in Berlin seine weitreichenden Erfahrungen über Führung wieder und beleuchtete hierbei insbesondere den Unterschied zwischen Start-Ups und großen Organisationen auf interessante und unterhaltsame Weise.

Wie man Ideen umsetzt

Es gibt drei Kernelemente, die berücksichtigt werden müssen, wenn man Ideen in einem Unternehmen umsetzen will. Diese drei Kernelemente müssen dabei allesamt angewandt werden, um erfolgreich zu sein. 

  1. Balance: Unter Balance versteht Marin die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Ohne richtige Zusammenarbeit, kann man keine großen Projekte stemmen.
  2. Richtung: Im Unternehmen muss es eine Grundrichtung und ein Grundziel geben, auf das alle hinarbeiten. In den meisten Fällen wird dies als ohnehin gewährleistet angenommen, jedoch gibt es meist große Differenzen innerhalb des Unternehmens. Vor allem bei jungen Start-Ups weiß meistens nicht einmal die Führungsebene, welche Grundrichtung eingeschlagen werden soll. Unterschiedliche Richtungen führen dazu, dass man auf unterschiedliche Ziele hinarbeitet und im Endeffekt keines davon erreicht. 
  3. Geschwindigkeit: Projekte müssen zum Abschluss gebracht werden, um Umsatz zu generieren. Beim Fehlen von Geschwindigkeit wird sich in Kleinigkeiten verloren und Projekte werden nie fertiggestellt. So bleiben viele Potenziale ungenutzt.

Berücksichtigt man also alle drei Kernelemente, so ist man auf dem richtigen Weg. Dies ist jedoch meistens gar nicht so einfach.

Das Problem der Start-Ups

Start-Ups müssen schnell Umsätze generieren und den Investoren etwas vorweisen. Man lebt von der Hand im Mund und muss deshalb viele Projekte zum Abschluss bringen. Dieser Geschwindigkeitsdrang wird jedoch manchmal zur Sucht und zum Problem. Balance und Richtung werden vernachlässigt und an allen Fronten wird nur am nächsten Projekt gearbeitet. Doppelarbeit und der Fokus auf Quantität statt Qualität zeichnen den Alltag aus.

Dies liegt an der mangelnden Kommunikation innerhalb des Unternehmens, da alle nur möglichst viele Ergebnisse vorweisen wollen und sich keine Zeit für den Austausch von Informationen nehmen. Jeder wird zum Leader und bringt eigene Projekte zum Abschluss.

Bedenkt man nun, dass Designprojekte zumeist viel Zeit benötigen (bis zu 2 Jahre), wird ein hohes Stresslevel bei den Projektleitern zum Alltag. 

Um in einer solchen Situation das Team wieder auf den richtigen Kurs zu bringen, muss man nach den Erfahrungen von Marin Motivatoren festlegen. Der Projektleiter und alle Mitarbeiter müssen sich darüber im Klaren sein, dass ihre Handlungen Auswirkungen haben. Der schnelle Wunsch nach Ergebnissen löst Stress bei den Projektleitern und deren Untergebenen aus. So zieht sich ein schlechter Motivator bis nach unten durch und das Produkt leidet darunter. Die Qualität wird vernachlässigt.

Bei einer Erweiterung des Arbeitnehmerstammes muss zudem bedacht werden, dass die ehemaligen Teamleiter vielleicht mit den vielen neuen Untergebenen überfordert sind. So ist es manchmal besser, die Teamleiter auszutauschen und so effektiv zu führen.

Probleme bei großen Organisationen

Große Unternehmen sind im Gegensatz zu Start-Ups meistens zu langsam. Eine Unzahl an Meetings führt zwar zu Balance und einer Richtung, jedoch auch dazu, dass die Kreativität der Designer vollkommen auf der Strecke bleibt. Diese Meetings werden meist dazu gehalten, um Mitarbeiter zu motivieren. Viel länger als ein paar Tage hält eine solche Motivation aber nicht an. 

Stattdessen muss man versuchen, die Mitarbeiter mit Engagement und Enthusiasmus zu erreichen. Dadurch, dass Projektleiter einem Arbeitnehmer das Gefühl geben, dass ihr Beitrag wertgeschätzt wird und sie wirklich etwas verändern und selbst gestalten können, steigt die Motivation rapide an. Für diesen Zweck bieten sich beispielsweise Workshops an, bei denen neue Ansätze entwickelt werden können. Zudem sollten die Teammitglieder immer darüber informiert werden, warum etwas geändert wird, damit Änderungen nachvollziehbar werden. 

Drei Quellen zu guter Führung

Durch Kommunikation stellt ein guter Projektleiter sicher, dass alle Teammitglieder eingebunden sind. Er sucht auch den Kontakt zu Außenstehenden, wie den Stakeholdern, um ein detailliertes Feedback bezüglich der Produkte zu erhalten. 

Durch Vertrauen folgen die Untergebenen dem Leiter. Dieses Vertrauen muss sich durch Arbeit und gutes Vorangehen erarbeitet werden. 

Durch Transparenz macht der Leiter den Teammitgliedern klar, warum es nötig ist, die Dinge so anzugehen, wie sie angegangen werden. So wird die Führung nachvollziehbar und damit akzeptiert. 

Fazit: Wie führe ich richtig?

Ein guter Führer geht mit gutem Vorbild voran und führt durch Motivation statt durch Anweisung. Wenn mehr gearbeitet werden soll, sollte dementsprechend der Projektleiter selbst mehr arbeiten, damit er die anderen motivieren kann. Hierfür ist es nötig, dass die Führungsperson über eine klare Vision, Integrität und ruhige Gedanken verfügt. Nur so ist sie immer kompetent und beliebt bei den Arbeitnehmern und kann dadurch effektiv führen.

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