Sven Göth ist Founder und CEO des Digital Competence Lab, einem dezentralen Expertennetzwerk, Keynote Speaker, Zukunftscoach und vieles mehr. Er selbst bezeichnet sich als Business Futurist. Während seines Vortrages auf den Retail Innovations Days beschrieb er seinen Job als das Erstellen einer 360-Grad-Umschau in den Themen Technologie, Demographie, Politik, Handel und vielen weiteren Feldern, deren Erkenntnisse dann auf einen einzelnen Case, ein einzelnes Unternehmen bezogen werden. Dabei konzentriert sich Sven Göth vor allem auf den Deutschen Mittelstand und hilft Unternehmen dabei, passende Kompetenzen zu erwerben oder ins Haus zu holen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Denn die Zukunft wird immer eine Unsicherheit bleiben, das Geheimnis liegt darin die Kontrolle zu behalten.

1. Kompetenz: Innovationsfähigkeit

Es reicht nicht, reaktiv auf die Zukunft zuzugehen, es muss proaktiv gearbeitet werden. Normalerweise bauen Zukunftspläne auf der Vergangenheit auf, bei der Frage “Wo siehst du dich in zehn Jahren?” denken viele erst einmal an die letzten zehn Jahre. Bei diesem Ansatz entsteht ein lineare Wachstum, während das wahre Leben eher einer exponentiellen Kurve entspricht.

2. Kompetenz: Digitalisierungsfähigkeit

Nicht jeder hat die gleichen Möglichkeiten, aber jeder kann die Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, nutzbar machen. Das größte Potenzial sieht Sven Göth bei immer größerer Rechenkapazität auf immer kleineren Geräten und dem Internet der Dinge. Beide machen es möglich, Tätigkeiten auszuüben, ohne vor Ort zu sein. Eine weitere Fähigkeit ist das Vertrauen in künstliche Intelligenz. Jeder muss für sich selber entscheiden, wie viele Entscheidungen er bereit ist, an Maschinen abzugeben, laut Sven Göth sind die meisten Menschen bereit, sehr viel zu outsourcen. Das wird dazu führen, dass immer mehr Dinge des alltäglichen Lebens miteinander vernetzt sind und von künstlichen Intelligenzen komplett oder zum Teil gesteuert werden, beispielsweise Chatbots oder Roboter bei der Auslieferung von Post oder Essensbestellungen.

3. Kompetenz: Teamfähigkeit

Zukunftsfähige Unternehmen müssen es schaffen, die Lücken zwischen Mensch und Maschinen gering zu halten. Teamfähigkeit ist nicht mehr nur eine Sache zwischen den Mitarbeitern, sondern auch zwischen Mitarbeitern und Maschinen. Schon heute gibt es humanoide Roboter, die in Zukunft in die Arbeitswelt integriert werden müssen. Unternehmen sollten sich laut Sven Göth darauf vorbereiten, er empfiehlt Partner, Build or Buy Strategien. Das heißt, fehlende Kompetenzen werden entweder durch Kollaborationen ins Haus geholt, neu aufgebaut oder von außerhalb gekauft.

4. Kompetenz: Veränderungsfähigkeit

Veränderungsfähigkeit beschreibt die Bereitschaft, eine gesamte Organisation - wenn nötig- abzureißen und komplett neu aufzubauen. Damit einher geht die Fähigkeit, Gelerntes wieder zu verlernen. Einige Veränderungen zeigen sich bereits heute: Unternehmen sind keine einzelnen Punkte auf der Landkarte mehr, sondern dezentrale Ökosysteme. Dieser Vorgang braucht Veränderung und das Unternehmen wie auch jeder einzelne Mitarbeiter muss damit umzugehen wissen.

5. Kompetenz: Verantwortungsfähigkeit

Letzten Endes müssen Entscheidungen getroffen werden, oftmals auch Entscheidungen, die Mut erfordern. Mut alleine reicht allerdings nicht immer aus, ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Momentum, Entscheidungen haben oftmals nur ein kleines Zeitfenster, in denen sie umgesetzt werden können. Ein weiterer Aspekt, der gerade in der heutigen Zeit immer wichtiger wird, ist das Thema Ganzheitlichkeit, Jeder einzelne trägt ein Stück Verantwortung für unseren Planeten und sollte dementsprechend handeln.

Fazit

Sven Göth empfiehlt jedem, nicht mehr die Vergangenheit in die Zukunft tragen zu wollen, sondern die Vergangenheit zu akzeptieren, in der Gegenwart zu agieren und sich an der Zukunft zu orientieren.

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