Der erste Tag auf der Main Stage des ruhrSUMMIT 2020 endete mit einem Interview mit “Höhle der Löwen”-Investor Ralf Dümmel. Momentan betreut er mit seinem Team 97 Unternehmen, hat aber auch noch Platz und Zeit für Angebote außerhalb der Fernsehshow. Dabei guckt er vor allem auf das Produkt und die Persönlichkeit der Gründer, alles andere könnten die Gründer bei ihm und seinem Team lernen.

Auswirkungen der Coronakrise

Als Investor sieht er die Auswirkungen der Corona-Pandemie schneller als andere. Eine große Veränderung sieht er vor allem in den Bereichen, in denen gegründet wird. So haben es Gründungen in den Bereichen Garten, DIY oder Heimwerken momentan verhältnismäßig einfach, während es kaum Neugründungen bei Reise-, Catering- und Eventunternehmen gäbe. Ralf Dümmel ist jedoch davon überzeugt, dass bis auf wenige Ausnahmen auch in der momentanen Lage fast alles gelingen kann. Diese Ausnahmen aber - er nannte dabei Licht- und Tonaustatter sowie Messebauer - sind diejenigen, die wirklich Hilfe benötigen.

Vertrieb ist nicht einfach

Wenn nicht gerade eine weltweite Pandemie herrscht, scheitert nach Ralf Dümmels Erfahrung ein Unternehmen selten an den Produkten oder den Gründern, sondern am Vertrieb - oder besser: an fehlendem Vertrieb. Er gab selber zu, dass Vertrieb nicht einfach ist, vor allem weil es viele Überschneidungen mit dem Marketing gibt. Auch wenn viele Start Ups im Marketing oftmals sehr gut aufgestellt sind, werden die zusätzlichen Bereiche im Vertrieb oft vernachlässigt.

Klinkenputzen auch bei den Kleinen

Im Interview auf dem ruhrSUMMIT gab er Gründern einige Tipps: Zunächst muss klar sein, wo das Produkt steht und wo die stärksten Partner zu finden sind. Ist das geklärt, empfiehlt der Investor ganz klassisches Klinkenputzen. Dabei müssen Gründer nicht zwangsläufig mit dem größten potentiellen Partner anfangen, je nach Produkt und Strategie kann es auch Sinn ergeben, regional anzufangen. Sobald erste Erfolge zu sehen sind, fällt es leichter das Zielgebiet zu vergrößern. Je nach Kapazität des Unternehmens können auch mehrere Strategien gleichzeitig gefahren werden - oder in Ralf Dümmels Worten: “das eine machen und das andere dabei gar nicht lassen”.

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