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Philipp Westermeyer erklärt digitale Marketing Trends

Philipp Westermeyer ist Gründer und Geschäftsführer von OMR. Online Marketing Rockstars begann zunächst nebenberuflich als Seminarreihe und Konferenz. Daraus ist mittlerweile das zweitägige OMR-Festival sowie die größte Wissens- und Inspirations-Plattform für die Digital- und Marketing-Szene in Europa geworden, auf der man alles Wissenswerte zu digitalen Marketing Trends findet. Doch Philipp Westermeyer ist als Speaker auch auf anderen Konferenzen zu hören, so auf der Affiliate Conference im März 2021.

1. digitaler Marketing Trend: Consumer Led Revolution

Immer mehr Werbetreibende nutzen die Kraft von Massenbewegungen. So stoppte Walmart in den USA nach zahlreichen Protesten gegen Mass Shootings den hauseigenen Waffen- und Munitionsverkauf. Noch deutlicher ist dieser digitale Marketing Trend bei der Fridays For Future Bewegung zu sehen: Oatly machte lange Zeit gar keine klassische Werbung, sondern nutzte eine Petition für die Kennzeichnung von CO2-Verbrauch bei Lebensmitteln zu ihrem Werbemittel. Aus den Protesten gegen Fast Fashion ist sogar ein komplett neues Geschäftsmodell entstanden - digitale Second-Hand-Marktplätze wie Kleiderkreisel oder Vinted.

2. digitaler Marketing Trend: Arrival of the Flywheel

Lange Zeit war der Marketing Funnel das Standardprinzip des digitalen Marketings, ein Berührungspunkt sollte regelmäßig zu neuen Kunden führen. So auch bei der Autovermietung Sixt: die Beziehung zum Kunden war beendet, sobald dieser das Auto zurückgegeben hat. Mit der Sixt-App hat sich das geändert. In der App können Kunden Autos mieten, sich per Carsharing ein Auto leihen, E-Roller bestellen oder sogar Taxidienste kontaktieren. Die App bietet also immer wieder neue Touchpoints, sodass die Beziehung sich immer wieder neu entwickelt.

3. digitaler Marketing Trend: The Rise of dark Social 

Kommunikation verlagert sich zunehmend von öffentlichen sozialen Plattformen in private Chats wie WhatsApp oder Instagram Messenger, zu denen Werbetreibende kaum Zugriff bekommen können. Doch immer mehr, vor allem kleinere lokale Unternehmen bieten Beratungen oder Terminvergaben über diese Kanäle an und verbessern so ihre Kundenbeziehung. Philipp Westermeyer ist jedoch davon überzeugt, dass spätestens mit den Facebook und Instagram Shops diese Art von Marketing auch bei den großen Konzernen ankommen wird.

4. digitaler Marketing Trend: Too much Choice

In immer mehr Bereichen des Lebens steht der Verbraucher vor einer immer größeren Auswahl: im Supermarkt, auf Netflix oder bei Reiseanbietern. Daraus ist ein komplett neues Geschäftsmodell entstanden - Plattformen, die diese Auswahl verschlanken und dem Verbraucher die Entscheidung zum Teil abnehmen. Besonders deutlich wird das bei dem Matratzenhersteller Bett1, die nur eine einzelne Matratze anfertigen. Die einzige Entscheidung, die der Kunde noch treffen muss, ist die über die Größe der Matratze.

5. digitaler Marketing Trend: The Trut-Struggle

Als Ergebnis aus dem eben genannten digitalen Marketing Trend, verlassen sich immer mehr Verbraucher bei Kaufentscheidungen auf Empfehlungen und Erfahrungsberichte. Recommendation-Marketing wird dementsprechend immer wichtiger. Eine Kaufpflicht kann die Bewertung beispielsweise deutlich vertrauenswürdiger machen, außerdem Fließtext und eine transparente Methode zur Verifikation. Besonders in Nischenmärkten können sich so auch kleine Online-Händler gegen Amazon durchsetzen.