Die Corona-Pandemie hat vielen Unternehmen schwer zu schaffen gemacht. Auch das Start Up Sofa Concerts musste sich im März und April komplett neu erfinden. Co-Founder und CEO von Sofa Concerts, Marie-Lene Armingeon, sprach auf den Medientagen München über die Herausforderungen des Jahres 2020 für ihr Start Up. Gegründet hatte sie Sofa Concerts zusammen mit Mirjam Schütt bereits 2014, zusammen wollten sie Musiker und Musikfans abseits der großen Konzerte vernetzen. Das Ergebnis war eine Plattform, auf der Kunden Musiker für Geburtstage, Hochzeiten oder Firmenfeiern buchen konnten. Auf diese Weise sind Auftrittsmöglichkeiten für die Künstler entstanden, Kunden bekamen ein Live-Konzert in einem privateren Rahmen und Musik war an ungewöhnlichen Orten zu hören.

Die Musikbotschaften von Sofa Concerts

Als im März und April die ersten Veranstaltungen abgesagt werden mussten, waren Marie-Lene Armingeon und ihr Team erst einmal überfordert und gelähmt. Doch schnell stand fest: es muss irgendwie weitergehen. Die Idee von Sofa Concerts war von Anfang an, dass die Musik zum Fan kommt und nicht andersherum. Dadurch, dass das Start Up sehr digital aufgestellt war, entstand innerhalb einer Woche ein neues Geschäftsmodell: die Musikbotschaften. Das sind Mini-Konzerte, die zusammen mit einer persönlichen Botschaft bei den Künstlern in Auftrag gegeben werden können und anschließend an die Oma, Nachbarn, Partner oder Freunde verschickt werden können.

Dieses Konzept hat Marie-Lene Armingeon gezeigt, wie wenig es eigentlich braucht, um ein neues digitales Produkt auf den Markt zu bringen. Kunden können die Botschaft online in Auftrag geben, die Musiker nehmen einen Song und einige Sätze zuhause auf und bei Sofa Concerts wird das Video geschnitten und für den Empfänger fertig gemacht. Wichtig war dabei vor allem, dass die Musikbotschaften auch wirtschaftliche Auswirkungen für die Musiker haben, was bei Streaming-Konzerten nicht immer der Fall ist. Das Feedback fiel durchweg positiv aus, sowohl von der Seite der Kunden als auch von den Künstlern.

Deshalb gibt es bei Sofa Concerts inzwischen noch mehr Angebote. Passend zur Jahreszeit können Interessierte schon jetzt Weihnachtsbotschaften in Auftrag geben, aber auch sogenannte Pop-Up-Konzerte können gebucht werden. Dabei spielen Musiker vor dem Fenster oder der Haustür des Kunden ein kleines Konzert, unter Einhaltung der Abstandsregeln. Auch können Künstler für hybrid- oder online-Veranstaltungen gebucht werden. Um alle diese Angebote auch in ausreichender Zahl anbieten zu können, erweitert Sofa Concerts den Pool der verfügbaren Künstler und nimmt momentan Anmeldungen an.

Die Zeit nach der Pandemie

Marie-Lene Armingeon glaubt, dass viele dieser Konzepte auch nach der Pandemie eine Zukunft haben. Doch bei allem Erfolg: es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn auch wenn sie selber verhalten optimistisch ist, kann das Konzept nur so lange gut gehen, wie es genug Privatleute und Unternehmen als Kunden gibt und natürlich so lange es genug Künstler gibt.

Anderen Start Ups rät Marie-Lene Armingeon vor allem, die laufenden Kosten zu senken, das Potential, was bereits vorhanden ist, zu nutzen und vor allem flexibel zu sein. Aktionismus alleine reicht nicht, es muss immer auch ein Geschäftsmodell dahinter stehen.

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