Lena Simon gründete fast direkt nach Abschluss ihres Studiums betahills, ein Unternehmen für Quality Assurance - kurz QA - im IT-Bereich. Das Besondere: Ihre Software-Testerinnen sind ausschließlich weiblich und leben in Ruanda. Damit arbeitet sie mit Pionierinnen zusammen - Ruandas erstem und bisher einzigem QA und Software Testing Team.

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Geboren und aufgewachsen in Düsseldorf, zog es Lena Simon nach dem Abitur für ihr Studium nach Berlin. Dort studierte sie Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität und kümmerte sich nebenbei um die Logistik und den Online Shop eines kleinen Fairtrade Fashion Labels. Durch den Co-Founder dieses Labels, der zahlreiche Projekte in der Ruandischen Tech Szene unterstützt, lernte sie Ruanda kennen und schätzen.

Ruanda - Das Land der 1000 Hügel

Eines dieser Projekte bestand aus einem IT-Trainingsprogramm für Ruandische Frauen, das sich auf Software Testing fokussiert. Das Programm namens WeCode wurde von der GIZ - der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit - initiiert und gefördert. Nach einer längeren Reise zum Abschluss ihres Studiums, stieg Lena Simon in das Projekt ein. Während in Ruanda Software hinsichtlich  “Quality Assurance” getestet wurde, betreute sie in Deutschland die Kunden des Projekts.

Hierzulande ist Ruanda vielen leider nur durch den Genozid im Jahr 1994 ein Begriff. Doch das dicht besiedelte Land mit 12,3 Millionen Einwohnern hat so viel mehr zu bieten: Die Regierung erarbeitete einen fokussierten 20-Jahres-Plan mit Investitionen im IT-Sektor. Auch Gender Equality wird im zentralafrikanischen Land groß geschrieben. Ruanda war eines der ersten Länder mit einem mehrheitlich weiblichen Parlament. 

Auch wenn Armut, vor allem außerhalb Kigalis, immer noch ein Thema ist, Ruanda boomt. Einen großen Anteil daran hat die Tech Szene, die das Land zu einem der führenden Tech Standorte und eines der am schnellsten wachsenden Länder Afrikas gemacht hat.

betahills

Lena Simon gründete ihr Unternehmen dieses Jahr und arbeitet mit dem Team Ruandischer Frauen zusammen, die das IT-Trainingsprogramm bereits beendet haben. Durch Kunden in Europa und dem Testing in Ruanda wird eine wichtige Brücke zwischen den Standorten geschlagen. betahills zeichnet sich so vor allem durch Social Impact aus. Die laufenden Projekte ermöglichen die Ausbildung von weiteren Frauen, sodass die Ruandische Tech Szene weiter wachsen und auf dem internationalen Markt Fuß fassen kann. Kulturelle Verständigungsprobleme treten dabei nicht auf. Nach Lena Simons Erfahrung zeichnen sich Software Tester auf der ganzen Welt durch ähnliche Eigenschaften aus: Kreativität, Detailgenauigkeit, strukturierte Arbeitsweise und unterschiedliche Blickwinkel. Wenn Kommunikationsprobleme auftreten, dann sind das die gleichen, die auch in jedem anderen Team auftreten können. Immer wieder begeistert sie die Hilfsbereitschaft ihrer Ruandischen Kolleginnen, für viele ist es mehr als ein Job, die Identifikation mit der Arbeit ist hoch. Perfekte Voraussetzungen dafür, dass die gemeinsame Reise noch lange weitergeht.

Learnings

Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist Lena Simon mit dem Erreichten zufrieden. Sie findet, dass es okay ist, Fehler zu machen. Es ist sogar gut, Fehler zu machen und Fragen zu stellen, denn sonst gäbe es keine Möglichkeit, dazu zu lernen. Ängste und Vorurteile gehören bei einer Gründung dazu, gerade als junge Frau in der Tech Szene. Diese zu überwinden, kann schwer sein; aber es lohnt sich. Die Lernkurve als Gründer/In ist steil. Vermutlich deutlich steiler als bei einer Festanstellung. Man lernt vor allem, die zur Verfügung stehende Zeit absolut effektiv zu nutzen. Von ihrem ehemaligen Chef und heutigen Mentor und Kollegen Kimon Haars bekam Lena Simon folgenden Rat: Es ist nicht so wichtig wie der Name klingt oder wie das Logo aussieht, viel wichtiger ist es, womit Name und Logo gefüllt werden. Vergeude keine Zeit mit zu viel überflüssigem Nachdenken, mach es einfach!

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