Dr. Nico Peters, Co-Founder von COMPEON, stellte auf dem RuhrSummit 2019 sein Unternehmen vor und ging in seiner Keynote auch auf die fünf Erfolgsfaktoren für nachhaltiges Wachstum ein, die jedes Startup berücksichtigen sollte. Seine Erfahrungen beziehen sich dabei auf den Aufbau von COMPEON. Diese Plattform ist ein Marktplatz, der Unternehmer, die auf der Suche nach Finanzierungspartnern sind, mit eben diesen Partnern zusammenbringt. COMPEON besteht seit fünf Jahren und ist das führende Fintech-Unternehmen im Bereich der Mittelstandsfinanzierung. Der Sitz des Unternehmens befindet sich im Ruhrgebiet, weil dort der unternehmerische Mittelstand stark vertreten ist.

Die Anfänge von COMPEON

Bei Firmengründung, so Peters, glich der Markt, in dem sich COMPEON aufstellte, einem schlafenden Elefanten: Unfassbar gigantisch aber noch nicht wach und sich seiner Größe bewusst. Zum einen lag dies an der fehlenden Digitalisierung des Marktes – vor fünf Jahren gab es im Finanzsegment noch große Zweifel, ob sich das Internet überhaupt durchsetzt; zum anderen lag es daran, dass im Bankensektor die Kundenzufriedenheit zwar offensichtlich großgeschrieben wird, in Wahrheit jedoch nur ein Randthema ist, denn der Kunde ist eigentlich nur ein Antragssteller. Doch der Markt hat sich verändert: Heute wollen 80 Prozent der Kunden ihre Finanzen online abwickeln und immer mehr Bankfilialen werden geschlossen. Der Elefant ist aufgewacht. COMPEON hat eine Welle geschaffen, auf der es nun mitschwimmt.

Wie läuft COMPEON? 

Klassische Unternehmen platzieren auf der Plattform ihren Finanzierungsbedarf und COMPEON prüft in Echtzeit die Fördermöglichkeiten – dabei nutzt es Schnittstellen beispielsweise zur KfW-Bank – und platziert die Gesuche anschließend gezielt bei seinen Partnern (Groß- und Regionalbanken, Sparkassen etc.). Mittlerweile wurden über COMPEON mehr als 900 Millionen Euro ausgezahlt, das Unternehmen wächst monatlich um 10-15 Prozent, hat mehr als 250 Finanzierungspartner und über 100 Mitarbeiter an fünf Standorten. All dies kommt natürlich nicht von einem Tag auf den anderen. Der Erfolg gleicht vielmehr einer Exponentialfunktion: Am Anfang passiert lange Zeit nur ganz wenig, dann immer mehr und irgendwann knallt es. Gerade zu Beginn brauchst du jede Menge Leidenschaft und Überzeugung, um all die Hürden zu nehmen, die sich dir in den Weg stellen. 

5 Erfolgsfaktoren zur Überwindung aller Hürden

1. Tech first!

Technologie muss Kernbestandteil deines Produktes, deiner Sales und all deiner Prozesse sein. 

2. Keep all data in one system and use it!

Du hast durch Digitalisierung wenig Kundenkontakt und musst deine Kunden über ihre Datenstruktur kennenlernen. Finde heraus, welche Marketingkanäle zu ihnen passen, was ihre Wünsche sind.

3. Automize and scale!

Nur weil etwas digitalisiert ist, muss es nicht besser sein. Du musst alle Prozesse ständig optimieren und an neue Technologien anpassen. Frage dich stets: Skaliert das, was ich hier mache, oder kann das weg?

4. Customer Centricity!

Der Kunde sollte dein Kernthema sein. Sammel Kundenfeedback. Schau auch, welche Bewertungen deine Klientel grundsätzlich überhaupt abgibt – beispielsweise auf Trustpilot. So lernst du die Wünsche deiner Kunden kennen und kannst dich daran ausrichten.

5. Mensch im Prozess!

Es reicht nicht, nur Sales zu machen, du musst Gutes tun und darüber reden, rausgehen und dich bekannt machen. Auch im Jahr 2019 sind Themen wie Empathie, Emotion und Engagement noch wichtig für Kundenentscheidungen. 

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