Jakob Freund, CEO von Camunda (einer Plattform für Digitalisierung) hielt auf der CamundaCon 2019 eine Keynote über ein Thema, das heute wohl jedes Unternehmen betrifft: die Digitalisierung. Gerade etablierte Unternehmen sehen sich in diesem Bereich großen Herausforderungen gegenüber. Auf der einen Seite müssen sie sich gegen innovative Startups behaupten, auf der anderen Seite gegen Big-Tech-Firmen wie Amazon und Google. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie die Transformation zum digitalen Unternehmen schaffen! Freund nannte in seinem Vortrag die vier Schlüssel zum digitalen Unternehmen.


Zu Beginn stellte Freund das erfolgreiche Startup Ethos vor. Dieses verkauft Versicherungen, Führerscheinanmeldungen und weiteres online – Dinge, die den Menschen in den USA, aufgrund der bisher nötigen Behördengänge, eher lästig waren, dank Ethos aber plötzlich so bequem wie Onlineshopping sind. Versicherungsfirmen richten ihr Hauptaugenmerk bei der Digitalisierung darauf, das Kaufen von Versicherungen so angenehm zu machen, wie einen Einkauf bei Amazon. Kundenzufriedenheitsbefragungen ergaben, dass die Zufriedenheit mit der Bearbeitungsdauer eines Versicherungsfalles in den letzten Jahren stetig gesunken ist – nicht etwa, weil sich Prozesse verlangsamt hätten. Nein, die Erwartungen der Kunden haben sich geändert. Sie machen überall im Internet „instant real time“-Erfahrungen: beim Shoppen, beim Leihen von Filmen, beim Bestellen von Essen. Und sie erwarten das Gleiche von einer Versicherung – und jedem anderen Unternehmen. 

Wie aber verwandelt man ein, vielleicht schon hundert Jahre altes Unternehmen in ein digitales? Laut Freund gibt es vier Schlüssel zum digitalen Unternehmen.


Kundenfokussierte Innovationen haben Priorität!

Tu nur Dinge, die aus Sicht deiner Kunden einen Wert haben. Biete mehr Wege zum Kauf deines Produktes an (Omnichannel), verkürze Prozesszeiten, ermögliche Echtzeit-Transparenz (Prozesstracker), sei flexibler beim Anbieten neuer Produkte. Was du nicht tun solltest, sind Dinge wie das Führen neuer Markenaufbaukampagnen, das Starten von Joint Ventures oder das Einbringen verrückter Cross-Selling-Ideen. Ersetze deine Mitarbeiter auch nicht durch Roboter, weil diese keinen Urlaub machen. All diese Dinge können Sinn machen, aber aus Kundensicht sind sie nicht wertvoll.


Bring die Technologie ins Herz deines Unternehmens!

Seit den 1970ern sind die Ansichten über das Zusammenspiel von Business und IT einem permanenten Wechsel unterworfen. Für die 2020er ist eines klar: Technologie gehört zum Herzstück eines jeden Unternehmens. Man kann nur noch als digitales Unternehmen bestehen und muss deshalb großzügig in Softwareentwicklung und Modernisierung investieren. Die alte Ansicht „Business vs. IT“ muss zerbrochen werden, es braucht Teamplay und inhouse erstellte Automatisierungsprozesse. Es bringt nichts, fertige Software ab Lager zu kaufen, die erhältlichen Produkte sind schon zu alt.


Automatisiere dein Business: immer ein Projekt nach dem anderen! 

Camunda unterscheidet hier drei technische Anwendungsfälle. Der erste besteht darin, Struktur in einem benutzerorientierten Prozess sicherzustellen (human workflow), wichtig im Bereich B2B. Darauffolgend kann der Businessprozess end-to-end so weit wie möglich automatisiert werden, relevant für b2c und Trading. In der nächsten Stufe geht es um das Erreichen einer hohen Durchsatzverarbeitung, beispielsweise im Eventbereich vonnöten. Diese Stufen sollten unbedingt nacheinander ablaufen.


Setze Führungskräfte ein, die sich um langfristigen Erfolg, ihre Leute und die Welt kümmern. 

Entscheidungen sollten immer aufgrund langfristiger Überlegungen getroffen werden, nicht aufgrund kurzfristiger Überlegungen zur Rentabilität. Vergiss bei aller Technisierung nicht, dich um deine Mitarbeiter zu kümmern, ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen und soziale Verantwortung zu übernehmen.


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