Auf der fünften future!publish hatten auch drei Unternehmerinnen und Unternehmer, die Möglichkeit sich kurz vorzustellen. Matthias Kraus ist Gründer der Xpublisher GmbH und hat mit seinem Team das intelligente XML-Redaktionssystem Xpublisher entwickelt. Xpublisher ist ein intuitives “Autorenwerkzeug” zur Verbesserung der Publikationsmethoden für Print- und Digitalkanäle. 2012 hat die Xpublisher GmbH den webbasierten XML-Editor Xeditor auf den Markt gebracht.


Zwei Produkte, ein Ziel

Matthias Kraus erwähnte kurz, dass die Münchner Xpublisher Gmbh 2009 gegründet wurde und 2015 ein Büro in den USA eröffnet hat. Eine große Weiterentwicklung war der Gewinn der Fabasoft AG als strategischen Investor im Jahr 2019. Die österreichische Fabasoft gehört in Europa zu den führenden Clouddienstleistern für digitale Dokumentenlenkung. 

Xpublisher ist für unterschiedlichste Unternehmen interessant. Der webbasierte XML-Editor eignet sich für technische Dokumentationen, redaktionelle Veröffentlichungen und Multi-Channel-Publishing.

Matthias Kraus führte aus, dass Xpublisher den Rahmen darstellt, in den der Xeditor integriert ist. Daten werden dort in der Aufzeichnungssprache XML gespeichert, standardisiert und dann automatisiert weiterverarbeitet. Weil nur standardisierte Inhalte von Computern automatisiert weiterverarbeitet werden können.

Wer profitiert von dieser Vorgehensweise?

Als Beispiel für die Nutzung nannte Matthias Kraus redaktionelle Veröffentlichungen, weil Xeditor durch die standardisierten Inhalte den Produktions- und Reviewprozess beschleunigt. Im Bereich der technischen Dokumentationen schafft Xeditor eine herausragende inhaltliche Qualität bei höchster Wiederverwendbarkeit. Zusätzlich vereinfacht Xpublisher bei Bildungsmedien das Publizieren und Individualisieren von Lernmedien und Übungsmaterialien.

Damit Computer standardisierte Inhalte verstehen, strukturiert Xpublisher die Inhalte. Der entstehenden Struktur liegt ein Regelwerk zu Grunde, an das sich das verarbeitende System zwingend halten muss. Autoren können dann über den Word-ähnlichen Editor, von jedem gängigen Browser aus, durch den medienneutralen XML-Editor, intuitiv und ohne technische Kenntnisse, Dokumente für Internet und Printmedien aufbereiten.

Für die Nutzung von Xpublisher und Xeditor ist keine lokale Installation notwendig. Nutzer greifen direkt über einen Browser auf die Systeme zu. Durch das zentrale Management der Redaktionsbeiträge entfällt das Hin- und Herschicken von Worddokumenten. Die semantisch hochwertigen Inhalte können über ganz unterschiedliche Zugänge bearbeitet werden. Über den Xeditor wird sichtbar, wie die Nutzung erfolgt, das Dokument verändert wurde und die Semantik entsteht und weiterverarbeitet wird. 


Die Geschichtenfinderin

Auch die Selfpublisherin Christina Oskui stellte sich auf der future!publish vor. Die Autorin veröffentlichte 2014 „Der Igel, der seine Stacheln verloren hat!“ als Crowdfunding-Projekt selbst. 2015 gelang die Übersetzung der Fabel in Braille- und Normschrift. 2017 erreichte sie den zweiten Platz „most-needed“ der OTTO-Group beim PR-Hackathon mit Schablonen zur Erlernung der Brailleschrift für Blinde.

Lesen für Alle

Christina Oskui berichtete über ihre Leidenschaft als Geschichtenfinderin. Sie hat zwanzig Jahre in der Versicherungswirtschaft, zuletzt als Vertriebsbereichsleiterin gearbeitet. Jetzt widmet sich die zweifache Mutter allerdings ganz der Entwicklung von Kinderbüchern und hat bereits zwei Kinderbücher im Selbstverlag veröffentlicht. Sie stellte sich die Frage, wie ihr Kinderbuch auch von blinden Menschen erlebt werden kann. So wurde „Der Igel, der seine Stacheln verlor“ von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Braille und Normschrift mit Reliefdruck übersetzt. Hierdurch können auch blinde Eltern ihren Kindern das Buch vorlesen. Doch wie könnte man erreichen, dass auch blinde Kinder selbst das Buch für sich entdecken können?

Ein Buch mit allen Sinnen erleben

Mit dem Gedanken, das Igel-Buch für alle auch erlebbar zu machen, wurden nun zusätzlich 3D-Druck-Figuren entwickelt, mit denen die Geschichte parallel zum Vorlesen nachgespielt werden kann. Außerdem wurde die Idee geboren, mehr Leseförderung für sehbehinderte Kinder im Vorschulalter über Kinderbücher mit Brailleschrift anzubieten. Sehbehinderte Kinder erlernen während ihrer Schulzeit die Brailleschrift, um später zum Beispiel mit Computern umgehen zu können. Eine Auseinandersetzung mit dem Braille-Alphabet vor Schuleintritt, also im Kindergartenalter, ist also sicherlich sinnvoll. In Anlehnung an die LEGO Braille Bricks hat Oskui deshalb mit ihrem Team Schablonen zur Erlernung der Normschrift für Blinde entwickelt.

Spielerisch die Blindenschrift erlernen

LEGO Braille Bricks sind mit der gleichen Anzahl von Nieten für einzelne Buchstaben und Zahlen im Braille-Alphabet geformt. Außerdem ist jeder Baustein auch mit einem gedruckten Buchstaben oder einer Figur versehen. So können sowohl Blinde als auch Sehende die Steine nutzen. Ähnlich funktionieren die Schablonen zur Erlernung der Normschrift für Blinde. Die Kinder können damit für Sehende schreiben und gleichzeitig über das aufgebrachte Braille-Alphabet lernen, wie sich die Buchstaben in Blindenschrift anfühlen.


Nachhaltiges und digitales Publizieren mit APPBOOKS

Gregor Pchalek, ist CEO und Gründer der INNOLIBRO GmbH, deren Produkt APPBOOK er im Rahmen der Kurzvorträge vorstellte. Der diplomierte Kommunikationsdesigner ist auch Inhaber der 1999 gegründeten Marketing- und Kommunikationsagentur M3-COMMUNICATION. Seit über 25 Jahren beschäftigt er sich mit Prozessen rund um konzeptionelle und visuelle Wissenstransformation. Außerdem ist Gregor Pchalek Coach und Berater für „Digitale Transformation im B2B-Vertrieb“.

Neues Lesen braucht das Land

Gregor Pchalek wies darauf hin, dass er mit seinem Gründerpartner, Sebastian Schütz, das Ziel hat, bedarfsgerechte und umweltfreundliche Fachmedien zu entwickeln. Die bereits vielfach erwähnten Belastungen für die Umwelt durch das Verlagswesen fordern seiner Meinung nach, einen ganz anderen Umgang mit Knowledge on Demand. 

Nachdem bereits das Smartphone als multifunktionales Medium den Markt erobert hat, erscheint es sinnvoll, Inhalte von Fachmedien multimedial aufzubereiten. Auch die individuelle und interaktive Nutzung von Texten aus Fachmedien muss möglich gemacht werden. Das CO2-neutrale Publizieren bezieht sich bei INNOLIBRO nicht nur auf papierlose Veröffentlichungen, sondern meint auch Maßnahmen wie Screensharing, Telemeeting, kollaborative Workplaces und mit Ökostrom betriebene Server.

APPBOOK

Mit dem APPBOOK hat INNOLIBRO das bedarfsgerechteste und umweltfreundlichste Fachmedium entwickelt. Wir nutzen heute alle Apps und hinterfragen deren Besonderheiten nicht mehr. Statt gedruckte Fahrpläne und Fahrkarten haben wir jetzt die DB-App. Statt Kataloge zu wälzen, schauen wir in die Buchmessen-App. Deshalb erscheint es konsequent, wenn Lesende von Fachbüchern, Selfpublisher oder Herausgeber APPBOOKs nutzen. INNOLIBRO hat eine ganzheitliche Infrastruktur an Software- und Servicelösungen entwickelt, die Verlagen und Autoren zur Verfügung steht. APPBOOKS sind also neuartige, digitale, plattformunabhängige, online- und offlinefähige Publikationen. Fachbuchinhalte werden über die Schnittstellen und Systeme in besonderer Art interaktiv, iterativ und bedienergerecht aufbereitet. 

APPBOOKs bieten eine neuartige Form interaktiver Wissensvermittlung. Sie können immer wieder aktualisiert werden und werden als "lebendige, individualisierbare, mitwachsende Bücher" gesehen. 


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