Christian Eichhorn ist Geschäftsführer von „Mensch und Wandel“ und seit 14 Jahren Unternehmensberater in den Themen Strategie- und Organisationsentwicklung sowie Change-Management. Er hielt auf dem future!publish-Kongress 2020 in Berlin ein Impulsreferat darüber, wie Unternehmen mithilfe von Business Development ihre Innovations- und Entwicklungsfähigkeit gezielt steuern können. Die wesentlichste Voraussetzung dafür ist, sicherzustellen, dass Veränderung im Unternehmen nicht nebenher passiert, sondern permanent und aktiv vonstattengeht.


Unternehmen müssen sich entwickeln

Eichhorn begann seinen Vortrag mit der Aussage, dass aktuell unzählige Unternehmen feststellen, dass sie sich verändern müssen, gleichzeitig aber noch nicht wissen, wie sich diese Veränderung vollziehen soll. Er denkt, auf die Buchbranche trifft dies wohl in gleichem Maße zu. Er zitierte seine Mutter, die sagte: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Gleiches rät er auch Unternehmen in Bezug auf Entwicklung und Zukunftsfähigkeit: Warte nicht, bis es an allen Ecken drückt, handele schon vorher!

Im Unternehmenskontext heißt das: Stell einerseits sicher, dass Innovationen und Veränderungen aktiv und bewusst passieren, achte aber gleichzeitig auch auf eine ständige Verbesserung deines Alltagsgeschäftes. Vielen Unternehmen gelingt es nicht, beides unter einen Hut zu bringen. Eichhorn weiß, wer sich permanent entwickeln will, braucht in seinem Unternehmen einen Menschen, der sich ausschließlich diesem Thema widmet: einen Unternehmensentwickler.


Was bedeutet Unternehmensentwicklung konkret?

Laut Eichhorn lässt sich Unternehmensentwicklung in drei Bereiche untergliedern: Geschäftsmodell-Management, Kulturentwicklung und Organisationsdesign. All diese Bereiche müssen in einem Unternehmen permanent, wie in einer Schleife, immer wieder betrachtet, verbessert und neu erfunden werden.


Geschäftsmodell-Management

Jeder Unternehmer sollte sich fragen, wie er sein Geschäftsmodell permanent verbessern und an Marktgegebenheiten anpassen kann, dabei gleichzeitig aber auch Neues ausprobieren. Wie offen ist er gegenüber neuer, vielleicht auch verrückter Ideen? Fördert er diese? Ist die Organisation seines Unternehmens in der Lage innovative Projekte zu unterstützen oder wirkt sie eher blockierend? Bei all dem gilt es jedoch, die Kernfrage nicht aus den Augen zu verlieren: Welchen Wert schaffen wir für unsere Kunden?


Kulturentwicklung

Laut einer Studie machen in einem Unternehmen 70 Prozent der Mitarbeiter Dienst nach Vorschrift, 15 Prozent haben bereits innerlich gekündigt und nur der kleine Rest sorgt für Innovation. Eichhorn ist sicher, jeder neue Mitarbeiter ist anfangs bereit, 100 Prozent zu geben, verliert seine Begeisterung und Motivation jedoch mit der Zeit. Ein wesentlicher Faktor dies zu verhindern kann eine optimierte Unternehmenskultur sein. Wichtig ist dabei vor allem die Frage: Welches Menschenbild habe ich eigentlich? Gehe ich davon aus, dass meine Mitarbeiter sich selbst motivieren, oder biete ich ihnen Boni an?


Organisationsdesign

Viele klassische Organisationsmodelle beruhen auf militärischen Prinzipien, sind heute nicht mehr zeitgemäß und sollten hinterfragt werden, so Eichhorn. Einen weiteren wichtigen Ansatz für die Unternehmensentwicklung sieht er im Aufbrechen des Silodenkens. Regelmäßige Teammeetings seien wichtig – Themen die Prozesse und Strukturen betreffen, sollten jedoch in eigenständigen Governance-Meetings besprochen werden, weil dies nachweislich die Motivation und Kommunikation verbessere. Alles in allem sollte jedes Organisationsdesign die Eigeninitiative seiner Mitarbeiter fördern.


Fazit

Wer diese Bereiche permanent aufs Neue durchläuft, wird sich stetig verändern und verbessern. Der dabei angestoßene Entwicklungsprozess wird sich dabei durch das gesamte Unternehmen ziehen und nicht nur in Teilen ablaufen – eine gute Voraussetzung für gesunde Entwicklung!


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